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Das auslösende Element zur Gründung des ersten Gesangvereins in Zuffenhausen, des Liederkranzes, im Jahre 1860 war die Fußreise eines Idealisten, des Gemeindepflegers und Geometers G. Kunberger im Jahre 1850 zum Schwäbischen Sängerfest nach Ulm. Von diesem für ihn beeindruckenden Erlebnis ausgehend versuchte Kunberger, zusammen mit anderen, eine Sängerschar zusammenzubekommen und zusammenzuhalten. Das war Mitte des neunzehnten Jahrhunderts äußers schwierig, denn die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung kämpfte unablässig ums tägliche Brot.

Erst im Herbst des Jahres 1860 vermochte Lehrer Obermüller verstreute alte Sänger aufs Neue zu sammeln und zu begeistern. Der erste Gesangverein in Zuffenhausen war damit gegründet, der Liederkranz sollte fortan Bestand haben.

Unter der Vorstandschaft von Albert Bausch und dem Dirigenten Obermüller wurde 1862 die erste Fahnenweihe abgehalten. Kämpfe um das Bestehen der Gesangvereine gab es insofern, als der Oberschulinspektor an eine kulturelle Wertschaffung von Gesangvereinen nicht glauben konnte. Lehrerdirigenten, die es wagten, Gesangvereine zu leiten, wurden einfach versetzt.

Trotz der schwierigen Zeiten entstanden bis zur Jahrhundertwende 1900 weitere Gesangvereine in Zuffenhausen. Der „Neue Singverein“, die „Eintracht Harmonie“,

die „Lassallia“ und der „Männerchor Sängerlust“.

Nach langen Verhandlungen schlossen sich der „Liederkranz“ und der „Neue Singverein“ 1922 zur „Chorvereinigung Zuffenhausen e.V.“ zusammen. Als dann 1927 die „Orchestervereinigung“ aufging, war die Voraussetzung für die Aufführung großer Werke, wie „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten geschaffen.

 

Rückblickend auf die Zwanziger- und Anfänge der Dreißiger-Jahre muss auf die größte Blüte des Sängerlebens in Zuffenhausen hingewiesen werden. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – des herrschenden Tiefstands mit einer selbst heute kaum vorstellbaren allgemeinen Arbeitslosigkeit wurden die Chorproben der einzelnen Vereine jeweils von hundert und mehr Sängerinnen bzw. Sängern besucht. Am Schwäbischen Sängerfest 1929 in Ulm nahmen drei Zuffenhäuser Vereine mit insgesamt 450 Sängerinnen und Sängern teil. Die zahlenmäßige Größe der Vereine lässt auf die kulturellen Leistungen in jener Zeit schließen.

Der zweite Weltkrieg verlangte von den Gesangvereinen gewaltige Opfer. Überall war der Singstundenbetrieb nur mühsam aufrechtzuerhalten.

Alle Gesangvereine Zuffenhausens fanden sich nach 1945 unter dem provisorischen Namen „Gesangverein Zuffenhausen“ zusammen. Vorstand war Gustav Vogel, die musikalische Leitung hatte Robert Schäfer. Später trennten sich die „Eintracht Harmonie“ und der „Volkschor“ wieder ab.

Anlässlich einer Hauptversammlung wurde der Wunsch der Mitglieder, den Namen „Liederkranz Zuffenhausen“ anzunehmen, durch einmütigen Beschluss verwirklicht. Unter der Vorstandschaft Eugen Hildingers, gelang es 1955 den einheimischen Chorleiter Eugen Störkle zu gewinnen. Als bedeutendstes Ereignis der vergangenen Jahrzehnte können die Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins gelten. Das Festkonzert unter Mitwirkung der Stuttgarter Philharmoniker, war eines der herausragendsten Ereignisse der Vereinsgeschichte

Nach dem Wegzug Störkles aus Zuffenhausen folgten als Chorleiter Reinhold Schäffer und Karl Holder. Beide knüpften durch jährlich abgehaltene Konzerte, die dem gewohnten Niveau des Chores durchaus entsprachen, an frühere Traditionen an.

In den Folgejahren, wie auch schon vorher, waren die Jahre gefüllt mit  mancherlei Aufgaben: Konzerte, Jahresfeiern, zahlreiche Auftritte bei unterschiedlichen Gelegenheiten, Faschingsveranstaltungen und weitere kulturell und gesellschaftlich relevanten Events.

1968 wurde die „Eintracht Harmonie“ wieder mit dem „Liederkranz“ verschmolzen.

 

Die „Eintracht Harmonie“ hatte in den ca. 20 Jahren eine rege kulturelle aber auch gesellschaftliche Entwicklung zu verzeichnen. Vorstände wie Willi Kessler und Oskar Reichert, sowie Chorleiter Hermann Leibfritz und August Bickel gaben dem Verein unverwechselbares Gepräge. Die Mitglieder beider Vereine profitierten von der Verschmelzung zu einem größeren, leistungsfähigeren Liederkranz.

Mit Chorleiter Phillip Sonntag, der den Chor im Jahre 1968 übernahm, trat eine Persönlichkeit ans Pult, die dem Chor wieder eindeutige Prägung verlieh. Mit Strenge und großem Idealismus begeisterte er die Sängerinnen und Sänger. Aus seiner Zeit sind vor allem Kirchenkonzerte von hohem Rang in der Pauluskirche in bester Erinnerung. Seiner Initiative verdanken wir außerdem die 1972 erfolgte Gründung des Kinderchores.

1978 verpflichtete man – Phillip Sonntag wollte seine Tätigkeit aus Altersgründen beenden – Harry Pleva, einen vom Theater, Funk und Fernsehen her bekannten Mann.

Eine neue Blütezeit begann für den Liederkranz. Pleva begeisterte die Sängerinnen und Sänger, aber auch das Publikum, das sich sicher noch gerne an so manches hervorragende Konzert unter der Leitung dieses Vollblutmusikers erinnert.

1983 übernahm Herbert Mai den Liederkranz Zuffenhausen als Chorleiter. Wiederum wurde ein exzellenter Musiker – ein Schulmusiker- verpflichtet. Kuze Zeit nach seinem Antritt konnte er neben dem Gemischten Chor auch den Kinderchor übernehmen. Die Gründung eines Jugendchores 1984 ging wesentlich auf seine Initiative zurück.

Eines seiner größten Highlights – und auch ein weiteres bedeutendes Ereignis der Liederkranzgeschichte - war sicherlich die Aufführung der „CARMINA BURANA“ zum 125-jährigen Jubiläum.

1997 verpflichtete man dann Udo Königs, einen durch die Stuttgarter Saloniker bekannten Mann. Er brachte dem Liederkranz neuen Schwung und wir beschritten neue Wege. Aus dem Jugendchor wurde der FunMusicChor – ein neuer Name, ein neues modernes Gesicht.

Bei dem Konzert „Spiritual und Gospel“ in der Pauluskirche, oder bei unserem „Oldie-Konzert“ in der Hohensteinschule –nur um zwei zu nennen- konnte man den Wandel des Liederkranz erkennen.

 

Ein Jahr nach seinem Antritt gab er den Kinderchor an Uli Kaunath ab, so dass Königs sich voll und ganz dem Gemischten Chor und dem FunMusicChor widmen konnte.

Mit Uli Kaunath beschritt auch der Kinderchor neue Wege. Aus dem Kinderchor wurde der Kinderchor „Wirbelwind“ und man sang mit Gitarrenbegleitung. Es stand nun nicht nur der Gesang im Vordergrund, sondern auch Spiel, Spaß und gemeinsame Ausflüge.

Im Januar 2005 erfolgte ein erneuter Chorleiterwechsel. Ein neuer bzw. alter Chorleiter kam zurück. Herbert Mai übernahm für weiter zwei Jahre die musikalische Leitung des Gemischten Chors und des FunMusicChors.

Ebenso kam es dann im Januar 2007 beim Kinderchor Wirbelwind zu einem Chorleiterwechsel. Rolf Haug übernahm die musikalische Leitung des Kinderchors.

Im April 2007 verpflichtete man –Herbert Mai wollte seine Tätigkeit aus Altersgründen beenden - Paulina Klundt-Wiatrowski, erstmalig eine Chorleiterin in der Vereinsgeschichte.

Aus beruflichen und privaten Gründen konnte auch sie nur zwei Jahre beim Liederkranz bleiben.

Seit Mai 2009 hat der Verein nun den jüngsten Chorleiter seit seinem Bestehen. Den           24-jährigen Axel Lenz. Mit diesem jungen Musiker schaut der Liederkranz Zuffenhausen nun nach vorne, beschreitet neue Wege und ist stets bestrebt die musikalische Leistung wieder auf ein höheres Niveau zu bringen und zu halten. Eine erste Kostprobe konnte man schon bei unserem Kirchenkonzert im Herbst 2009 hören.

Wenn wir nun heute auf die wechselvolle Geschichte des Liederkranz Zuffenhausens zurückblicken, so spiegeln sich die großen Tragödien unseres Volkes als Summe vieler Schicksale wieder. Deutlicher als diese ist erkennbar, wie in guten und in schlechten Zeiten das Singen für viele Menschen in Zuffenhausen wesentlicher Bestandteil ihres Daseins war und manche auch noch ist und hoffentlich für viele auch wieder wird.

Diese Hingabe an das Singen, die nicht zuletzt einem inneren Bedürfnis entspricht, wird präsent sein solange es Menschen gibt.